Naturpark Bergisches Land

Inhaltsverzeichnis:

1. Allgemeine Informationen

2. Verwaltungstechnische Informationen


1. Allgemeine Informationen

Objektkennung

NTP-002

Objektbezeichnung

Naturpark Bergisches Land

Schutzgebietstyp (Designation Type)

Nationaler Schutzgebietstyp (NationalDesignationType)
Gebietstyp: Naturpark (DE05)

Schutzklassifizierung (Protection classification)

Naturschutz (natureConservation)

Allgemeine Bemerkungen

Erweitert im Juni 2006

"Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt, die Berge hoch ragen, der Amboss erklingt ..." - Die in der ersten Strophe des Heimatlieds besungene intakte Natur ist im Bergischen Land noch zu finden. Die Mittelgebirgslandschaft ist von bewaldeten Hügeln und Wiesentälern geprägt. Harmonisch fügen sich die typischen Schiefer- und Fachwerkhäuser in das Landschaftsbild ein. Stauseen und Talsperren ziehen Wanderfans und Wassersportbegeisterte wie blaue Oasen in ihren Bann. Schlösser, Kotten und "Bonte Kerken" laden zu einer Reise in die Vergangenheit ein. Anders als zu vermuten, verdankt das Bergische Land seinen Namen nicht der hügeligen Landschaft, sondern den Grafen von Berg, die als Adelsgeschlecht ihre Blütezeit im 12. und 13. Jahrhundert erlebten. Die Macht der Grafen ist noch heute an ihrem 1118 erbauten Stammsitz, dem Schloss Burg (2) bei Solingen, eindrucksvoll abzulesen. Steile Felsen und schroffe Abgründe Die Mittelgebirgslandschaft bietet keine unbezwingbar steilen Felsen und schroffen Abgründe beim Wandern, sondern steigt sanft gewellt von 60 Metern im Westen bis auf 500 Meter im Osten, an der Grenze zum Sauerland, an. Dafür, dass die Luft dabei nicht zu knapp wird, sorgen die in Eckenhagen und Nümbrecht möglichen heilklimatischen Anwendungen. Somit ist die Landschaft für Jung und Alt bestens zum Erkunden und Wandern geeignet. Auf den Höhenrücken stehen Buchen-, Eichen- oder Fichtenwälder, in denen unter anderem das Damwild gute Lebensbedingungen vorfindet. Die relativ hohen Jahresniederschläge von etwa 1.000 Millimetern ermöglichen eine üppige Vegetation. Im Frühjahr entfaltet sich ein Blütenmeer in den Wiesen und Obstbaumlandschaften, und sogar Orchideen sind im Bergischen Land zu bewundern. Die Höhen des Bergischen Landes sind seit Jahrhunderten recht dicht besiedelt. Da die Landwirtschaft nur karge Erträge einbrachte, setzten die Menschen ihre Hoffnungen auf Eisenindustrie und Dampfkraft. Es entstanden zahlreiche Gewerbebetriebe, in denen gewebt und gesponnen oder das lokale Erz erschmolzen und verarbeitet wurde. Die Stätten der Bergischen Industriekultur lohnen auch heute noch den Besuch. "bergisch pur": Naturschutz in der Landwirtschaft Trotz seiner dichten Besiedelung wird das Bergische Land durch seine typisch bäuerliche Struktur geprägt. Durch die reich strukturierte Landschaft mit kleinen Feldern und vielen Wäldern ist die Tier- und Pflanzenwelt sehr vielfältig. Um die Kulturlandschaft zu erhalten, hat sich eine Initiative von Metzgern, Landwirten und Schäfern unter der Marke "bergisch pur" entschieden, besonders naturschutzorientiert zu wirtschaften; das Markenzeichen steht für Produkte, die hohe Standards bei der Erzeugung einhalten müssen und ausschließlich im Bergischen Land erzeugt und verarbeitet werden. Ein typisches Merkmal des Bergischen Landes ist der Wasserreichtum, der insbesondere an den 17 Talsperren und Stauseen sichtbar wird, die hier in die Landschaft eingebettet liegen. Dort werden Badefans zahlreiche Sportmöglichkeiten geboten; die Talsperren und Stauseen dienen nämlich zum einen dem Hochwasserschutz, zum anderen aber auch der Erholung. Hier kann man Schwimmen, Tauchen, Angeln, Boote leihen oder in einer Segelschule den Segelschein erwerben. Auch Ruder- und Kanusport sowie Windsurfen sind möglich. Bergisches Land Naturerkundung auf Schusters und auf echten Rappen Der Naturpark umfasst insgesamt 3.000 Kilometer Wanderwege, die auch zum Nordic Walking wunderbar geeignet sind, sowie ein großes Angebot an Reitwegen. Der Sauerländische Gebirgsverein informiert über die schönsten Wanderstrecken zwischen Eifel und Sauerland. Die Ausgangspunkte der Routen sind durch die insgesamt 350 vorhandenen Parkplätze auch mit dem Auto zu erreichen. Wer mit Führung in Schutzgebieten wandern, einen Naturerlebnispfad erkunden oder an Wanderungen zu speziellen Naturschutz-Themen teilnehmen möchte, kann an den naturkundlichen Exkursionen der Biologischen Station Oberberg (4) teilnehmen, die für alle Altersgruppen angeboten werden. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann auch teilnehmen an den Wander- und Busführungen des Sauerländischen Gebirgsvereins; auch die Gästeführerinnen des Landfrauen-Service (Kontaktmöglichkeit im Infokasten) führen Besucher zu den schönsten und spannendsten Ausflugszielen im Naturpark. In den Flusstälern bieten kilometerlange ebene Wegstrecken ideale Bedingungen für Inline-Skating und Radfahren. Ein beliebtes Freizeitvergnügen sind Planwagenfahrten, die einen geselligen, wenig anstrengenden Ausflug in die Natur ermöglichen. Im Winter ist in den Hochlagen des Bergischen Landes Wintersport möglich, vorausgesetzt, "Väterchen Frost" und "Frau Holle" spielen mit. Besonders in Reichshof, Bergneustadt, Morsbach, Marienheide und Radevormwald haben Skifahrer dann die Möglichkeit zum Langlauf auf gut präparierten Loipen. Frühe kulturelle und industrieelle Stätten in üppiger Vegetation Der bedeutendste Kirchenbau im Bergischen Land ist der Altenberger Dom (3). Das eindrucksvolle gotische Bauwerk im Tal der Dhünn war im Mittelalter Klosterkirche der dort angesiedelten Zisterzienserabtei. Somit wurde der Altenberger Dom Ausgangspunkt für eine Reihe weiterer Klostergründungen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, in die Vergangenheit der Region einzutauchen, sollte sich nach Engelskirchen zum Schloss Ehreshoven (7) begeben. Die ehemalige Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert ist auch noch heute vollkommen von Wassergräben umgeben. Da das Schloss heute als Stift für ledige katholische Damen dient, ist es nur von außen zu besichtigen. Allerdings ist der Zutritt zum Innenhof gestattet. Sehenswert ist der Barockgarten aus dem 18. Jahrhundert im französischen Stil mit Orangerie. Ein Zeugnis der frühen Industriekultur des Bergischen Landes ist die 1897 aus Stahl erbaute Müngstener Brücke (18), die Solingen und Remscheid miteinander verbindet. Sie ist mit 5.000 Tonnen Gewicht und 107 Metern Höhe ein "Bergisches Weltwunder" und zudem die höchste Eisenbahnbrücke Europas; im Volksmund wird sie gern als "Liegender Eiffelturm" bezeichnet. Sehenswert sind auch die spätgotischen "Bonten Kerken", die mit Wandbildern in leuchtenden Farben ausgestattet sind; ursprünglich sollten die Zeichnungen der leseunkundigen Bevölkerung die Bibeltexte näher bringen. Und schließlich die zahlreichen (doch leider nicht mehr intakten) Mühlen, Bleichereien, Färbereien und Schleifkotten, Zeugnisse der frühen industriekulturellen Vergangenheit der Ortschaften im Naturpark. INFO: Nach den kulturellen Highlights kann man die ″Bergische Gastlichkeit″ genießen. Hierbei handelt es sich um einen Initiativkreis, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, regionaltypische Gerichte und Rezepte zu erhalten. Die Fassaden der Mitgliedsbetriebe ziert ein ovales Emaille-Schild mit dem Schriftzug ″Bergische Gastlichkeit″. Das Markenzeichen der Region ist die ″Bergische Kaffeetafel″, bei der von frischen Waffeln mit heißen Kirschen, über ″Blatz″ mit Wurst und Käse bis zu Milchreis alles auf den Tisch kommt, was das Herz begehrt.

Naturräumliche Zuordnung

292 - Unteres Mittelrheingebiet, Grosslandschaft: Eifel-Siebengebirge
330 - Mittelsiegbergland, Grosslandschaft: Bergisches Land
324 - Niederwesterwald, Grosslandschaft: Bergisches Land
339 - Oberagger- und Wiehlbergland, Grosslandschaft: Bergisches Land
338 - Bergische Hochflächen, Grosslandschaft: Bergisches Land
551 - Köln-Bonner Rheinebene, Grosslandschaft: Niederrheinische Bucht
550-E1 - Bergische Heideterrasse, Grosslandschaft: Niederrheinische Bucht

Digitalisierte Fläche (km²)

2026.1


2. Verwaltungstechnische Informationen

Objektkennung

NTP-002

Objektbezeichnung

Naturpark Bergisches Land

Verwaltungsgebiet (District)