Digitale Bodenbelastungskarte

Auswertungskarten zur Unter- und Überschreitung von Vorsorgewerten - Prüfwerten - Maßnahmenwerten

Die Digitale Bodenbelastungskarte (kurz: dig. BBK) stellt die Bodenbelastungssituation im Oberbergischen Kreis flächig dar. Sie ist eine Rasterkarte.

Eine schematische Betrachtung der dargestellten Karteninhalte ist nicht zulässig.

Eine sachgerechte Interpretation der Daten ist nur mit einem bodenkundlichen Fachwissen möglich. Daher sollten die fachlichen Stellungnahmen der Unteren Bodenschutzbehörde in jedem Fall berücksichtigt werden

Inhaltsverzeichnis:

1. Rechtliche und fachliche Grundlagen

2. Datenherkunft, Datenerfassung

3. Grafische Präsentation

4. Legende

5. Zuständigkeiten


1. Rechtliche und fachliche Grundlagen

Für Fragen des Bodenschutzes wurden in jüngster Zeit das Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG, 1998), die Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV, 1999) und das Landesbodenschutzgesetz NRW (LBodSchG NRW, 2000) eingeführt.

Nach § 5, Abs. 1 LBodSchG erfassen die zuständigen Behörden " ... nach pflichtgemäßem Ermessen schädliche Bodenveränderungen und Verdachtsflächen." Dafür können " ... für die Gebiete der Gemeinden und Gemeindeverbände Bodenbelastungskarten erstellt werden." (§ 5, Abs. 2 LBodSchG).

Das Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2000 den "Leitfaden zur Erstellung digitaler Bodenbelastungskarten - Teil I: Außenbereiche" herausgegebenen.

Das Ziel der digitalen Bodenbelastungskarten (dig. BBK) im Außenbereich ist die Darstellung der flächenhaften Verbreitung von persistenten Schadstoffen in Oberböden (A-Horizonten) der naturnahen Böden unter Acker, Grünland und Wald und zwar in Abhängigkeit von den Belastungsursachen Ausgangsgestein, Überschwemmung und Bodennutzung.

Aufgrund der Genauigkeit der verwendeten Datengrundlagen beträgt der Maßstab der Karten 1 : 50 000 und gibt damit auch die Grenzen seiner Anwendbarkeit vor.

Die Karten dienen als Übersicht über die flächenhaften Stoffbelastungen in den naturnah genutzten Böden des Untersuchungsgebietes.

Es können Gebiete, in denen Vorsorge- / Prüf- / und Maßnahmenwerte nach BBodSchV unter- bzw. überschritten sind, dargestellt werden.

Nachdem die dig. BBK für das südliche Kreisgebiet im Jahr 2002 fertig gestellt war, wurde bis 2005 das nördliche Kreisgebiet bearbeitet und beide Flächen zusammengefügt.

Vorsorgewerte

Unbedenkliche Gehalte für die in Anhang 2 Nr. 4 BBodSchV genannten Stoffe liegen vor, wenn die aufgeführten Vorsorgewerte unterschritten werden.

Werden die Vorsorgewerte überschritten ist nach § 9 BBodSchV in der Regel das Entstehen einer schädlichen Bodenveränderung zu besorgen. Damit verbunden ist zunächst keine Beeinträchtigung von Bodenfunktionen und damit keine Gefahr für Bodennutzer.

Besteht eine Überschreitung von Vorsorgewerten ist der zusätzliche Eintrag von schädlichen Stoffen zu unterlassen.

Nach § 7 Abs. 1 BBodSchG sind Grundstückseigentümer und Nutzer von Böden verpflichtet, Vorsorge gegen das Entstehen schädlicher Bodenveränderungen zu treffen, die durch ihre Nutzung auf dem Grundstück oder in dessen Einwirkungsbereich hervorgerufen werden können.

Prüfwerte

Werden die Prüfwerte nach Anhang 2 Nr. 4 BBodSchV überschritten ist ein Gefahrenverdacht vorhanden. Mit Hilfe einer einzelfallbezogenen Prüfung ist festzustellen, ob eine schädliche Bodenveränderung (oder Altlast) vorliegt.

Maßnahmenwerte

Werden die Maßnahmenwerte nach Anhang 2 Nr. 4 BBodSchV überschritten ist in der Regel von einer schädlichen Bodenveränderung (oder Altlast) auszugehen. Maßnahmen zur Gefahrenabwehr sind zu prüfen und durchzuführen.

Auswertungskarten Vorsorge-/ Prüf-/ Maßnahmenwerte-Vergleich

Durch den Vergleich der berechneten geschätzten Stoffgehalte mit den Vorsorge-, Prüf- oder Maßnahmenwerten der BBodSchV wurde unter Festlegung bestimmter Randbedingungen ermittelt, wo diese Werte von folgenden Stoffen unter- oder überschritten werden:


2. Datenherkunft, Datenerfassung

Die Daten, die als Grundlagen für die dig. BBK dienen, wurden aus analogen und digitalen Karten von Landesbehörden und des Oberbergischen Kreises entnommen. Zusätzlich wurden mehrere Hundert Messpunkte beprobt und die Ergebnisse für die Erstellung der Ergebniskarten verwandt.

Der Erfassungsmaßstab reicht von 1:50 000 bis 1:5 000.

Für die Eingabe und Bearbeitung von Messdaten sowie die Interpolation dieser Daten wurde die vom Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen entwickelte und zur Verfügung gestellte Software eingesetzt.

Zum Visualisieren der digitalen Karten dient das Geographische Informationssystem ArcView GIS 3.2 (ESRI Inc., 1999)


3. Grafische Präsentation der Vorsorge-/Prüf-/Maßnahmenwerte

In dieser Anwendung werden die Vorsorge-/Prüf-/Maßnahmenwertebis auf den Maßstab 1:20 000 vergrößert dargestellt. Damit soll die Visualisierung auf dem Monitor verbessert werden.

Für jeden Stoff wurde ausgewertet, ob er die Vorsorge-/Prüf-/ Maßnahmenwerte unter- oder überschreitet. Es entstanden je Stoff drei Auswertungskarten.

Diese Auswertungskarten wurden zu je einer Karte Vorsorge-/ Prüf-/ Maßnahmenwerte - Vergleich zusammengefasst. Eine orange/rote Darstellung wurde gewählt, wenn auf der betreffenden Fläche mind. ein Stoff den für ihn geltenden Vorsorge-, Prüf-, oder Maßnahmenwert überschreitet.

Für Überschwemmungsgebiete, Altlastenverdachtsflächen sowie Siedlungsflächen, gibt es in dieser Präsentation keine Aussagen zur stofflichen Bodenbelastung (Ausschlussflächen).

Für die Darstellung im Kartenfenster macht es nur Sinn jeweils eine der drei Vergleichskarten anzuhaken. Es ist zu beachten, falls bei zwei oder drei Karten der Haken gesetzt ist, wird in der Reihenfolge übereinander gezeichnet wie die Themen im Geodatenexplorer aufgeführt sind.


4. Legende

Auswertungskarte Vorsorgewerte-Vergleich (Grünland, Acker)

Farbbelegung Thema
Hellgrün Vorsorgewert unterschritten
Orange Vorsorgewert überschritten
Dunkelgrün Wald, nicht bewertet
Blau Ausschlussfläche Überschwemmungsgebiete
Grau Ausschlussfläche Siedlungsflächen, Altlastverdachtsflächen

Auswertungskarte Prüfwerte-Vergleich (Grünland, Wald als Erholungsfläche)

Farbbelegung Thema
Grün Prüfwert unterschritten
Rot Prüfwert überschritten
Weiß Acker
Blau Ausschlussfläche Überschwemmungsgebiete
Grau Ausschlussfläche Siedlungsflächen, Altlastverdachtsflächen

Auswertungskarte Maßnahmenwerte-Vergleich (Grünland)

Farbbelegung Thema
Grün Maßnahmenwert unterschritten
Rot Maßnahmenwert überschritten (punkt- oder flächenförmig)
Weiß Acker, Wald
Blau Ausschlussfläche Überschwemmungsgebiete
Grau Ausschlussfläche Siedlungsflächen, Altlastverdachtsflächen

5. Zuständigkeiten

Auskunft erteilt:

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Herr Ulrich Herweg
Tel.: +49 2261/88-6731
E-Mail: ulrich.herweg@obk.de

Frau Sibylle Kronimus
Tel.: +49 2261/88-6733
E-Mail: sibylle.kronimus@obk.de

   Untere Bodenschutzbehörde

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